Pilzvergiftung – Die ersten Herbstboten sind sichtbar, buntes Laub liegt am Boden und nur wenige vorwitzige Sonnenstrahlen mogeln sich durch eine dichte Wolkendecke. Doch das ist auf jeden Fall kein Grund, sich unter der Decke zu verkriechen. Schließlich ist es Pilzsaison und der Duft vom feuchten Waldboden lädt zu einem Spaziergang ein. Fleißig Wildpilze sammeln und obendrein ein leckeres Pilzgericht bereiten klingt verlockend. Doch nach dem Verzehr treten plötzlich Beschwerden auf und nun sollte schnell gehandelt werden.

Pilzvergiftung, oder doch nicht so schlimm?

Grundsätzlich darf man bei Verdacht auf Pilzvergiftung keine Zeit verlieren und umgehend das Krankenhaus aufsuchen oder den Giftnotruf alarmieren. Weiterhin muss die Anleitungen des Arztes oder der Giftzentrale unbedingt befolgt werden. Zum Beispiel betroffene Personen beruhigen und in dem Fall auf Hausmittel verzichten. Idealerweise können Sie Pilzreste, Pilzabfall und eventuell das Erbrochene sicherstellen. Um die optimale Versorgung des Patienten zu gewährleisten, ist es für den behandelnden Arzt wichtig, so viel Information wie möglich zu erhalten. Teilen Sie diese dem Rettungsdienst mit. Schwere Vergiftungen kündigen sich erst nach vielen Stunden an, es kann sich dabei um 10 oder mehr Stunden handeln. Abgesehen vom Eintreten der Beschwerden, kontaktieren Sie In jedem Fall sofort den Notruf.

Welche Vorsichtsmaßnahmen kann man treffen?

Grundsätzlich gilt; nur die Pilze sammeln, die man ganz sicher kennt. Im Zweifelsfall können Sie einen Pilzsachverständigen kontaktieren oder an einer geführten Pilzwanderung teilnehmen. Unter sachkundiger Anleitung eines zertifizierten Natur- und Landschaftsführers Gehen Sie als Pilzsammler kein Risiko ein. In der Gruppe alles über die Pilze und deren Zubereitung erfahren verleiht nicht nur eine besondere Atmosphäre, es macht besonders viel Spaß.

Beim Pilze sammeln geht die größte Gefahr von Doppelgängern aus: Das sind giftige Exemplare, die genießbaren Pilzen zum Verwechseln ähnlich sind. Vertrauen Sie auch nicht zu sehr den sogenannten Pilzkennern, die man im Wald trifft. Achten Sie auf einen sachgerechten Transport und gehen Sie bei der Pilzsuche nicht allzu euphorisch vor. Pilze sollten noch am selben Tag zubereitet und Reste nicht aufbewahrt werden.

Achtung: Gegen das Gift der Pilze hilft kein Erhitzen! Ausserdem gilt besondere Vorsicht bei den beliebten Speisepilzen und ihren giftigen Doppelgängern.

Zu den bekanntesten Giftpilzen zählen der Grüne und der Weiße Knollenblätterpilz, der Fliegenpilz, der Gifthäubling, der Raukopf und der Schirmling.
Auch der Satansröhrling (Foto) gehört zu giftigen Pilzen, Erzeugt Brechdurchfall, ist aber nicht lebensbedrohend. Die Latenzzeit beträgt 15 Minuten – vier Stunden.